Viehscheid im Allgäu 2025: Das müssen Sie wissen

Er gehört zu unseren eindrucksvollsten Traditionen und rundet den Alpsommer ab: Der Viehscheid im Allgäu. Er macht erlebbar, wie fest Landwirtschaft, Natur und Geselligkeit im Allgäu miteinander verbunden sind.

Was ist der Viehscheid?

Wenn der Sommer sich dem Ende zuneigt und die Tage kürzer werden, beginnt im Allgäu eine ganz besondere Zeit: der Viehscheid – auch bekannt als Alpabtrieb oder „Almabtrieb“ in Österreich, Südtirol oder anderen Teilen Bayerns. Für viele Einheimische ist er die „fünfte Jahreszeit“, für Gäste ein authentisches Erlebnis voller Tradition, Naturverbundenheit und bäuerlicher Kultur.

In den Septemberwochen kehren rund 30.000 Stück Jungvieh und etwa 3.000 Milchkühe von den Alpflächen der Allgäuer Alpen zurück ins Tal. Dort werden sie „geschieden“, also ihren jeweiligen Besitzern zurückgegeben. Der Begriff „Viehscheid“ stammt aus dem Allemannischen und bedeutet nicht etwa Abschied, sondern das „voneinander scheiden“ der Herde. Der Viehscheid-Tag wird, je nach Ort, mit einem großen Fest oder auch mal klein und familiär gefeiert. 

Sommerfrischler und Landschaftspfleger

Je nach Witterung und Vegetation beginnt ab Mitte oder Ende Mai der Alpauftrieb: Die Tiere werden auf die Alpweiden gefahren oder getrieben. Dort verbringen sie etwa 100 Tage in frischer Höhenluft, mit kräuterreichen Weiden und viel Bewegung. Das ist tatsächlich ein intensives Training für die Tiere – es stärkt Muskulatur, Kreislauf und Immunsystem.

Die Alpwirtschaft übernimmt in den Allgäuer Alpen die wichtige Aufgabe der Landschaftspflege. Denn die Bewirtschaftung der hoch gelegenen Flächen hält diese grün und offen. Unser herrliches Landschaftsmosaik, also die lebendige Abwechslung von Wäldern, Wiesen und Weiden, Flüssen und Bächen, bleibt erhalten und ist so Vieles in einem: Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten, Naherholungsgebiet für Einheimische und Anziehungspunkt für Touristen.

Schellen, Kränze und Tradition.

Der Viehscheid ist ein Festtag für alle Sinne. Die Tiere tragen große, klingende Schellen – und das Kranzrind oder die Kranzkuh wird mit einem kunstvoll gebundenen Blumenkranz aus Bergblumen und Tannenzweigen geschmückt. Dieser Kranz ist in der Regel mit einem Spiegel versehen, der böse Geister abwehren soll.

Dieser Kranz ist ein Zeichen für einen unfallfreien Alpsommer und wird in den Tagen vor dem Viehscheids mit viel Mühe und Liebe zum Detail, meist von der Frau des Alphirten und ihren Helferinnen, gebunden.

Auch die Menschen im Tal feiern mit: In Tracht gekleidete Älpler und Einheimische begleiten das Vieh, viele Menschen stehen am Wegesrand und schauen dem Viehtrieb zu. Blasmusikklänge sind zu hören und im Festzelt laden regionale Schmankerl und gutes Bier zum Genießen ein.

Echtes Insider-Wissen

Der Viehscheid ist eine kraftvolle Tradition und begeistert jedes Jahr tausende von Menschen aufs Neue. Eine konzentrierte und gleichzeitig festliche Atmosphäre liegt in der Luft. Denn natürlich ist es ein Grund zur Freude, wenn im Alpsommer alles gut gegangen ist und das Vieh wieder wohlbehalten und gut genährt ins Tal kommt. Für die Hirten und Treiber jedoch verlangt der Weg von der Alpe zum Scheidplatz vorausschauendes Handeln und volle Aufmerksamkeit.

Die abwechslungsreiche Arbeit mit dem Vieh prägt auch unseren Alltag. So wie der Viehscheid das Zusammenspiel von Mensch, Tier und Natur jeden Herbst aufs Neue sichtbar macht, erleben Sie bei uns täglich, was es heißt, im Einklang mit den Jahreszeiten zu wirtschaften. Als Gast auf unserem Bio-Bauernhof können Sie das ganze Jahr über authentische Einblicke in den bäuerlichen Alltag gewinnen – vom Melken an 365 Tagen im Jahr bis hin zur Heuernte im Sommer.

Viehscheid erleben - die Termine für 2025

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